Frage:
Gravitationsaufgaben!?
Ich eben
2010-12-12 03:08:08 UTC
Wie groß ist die Gravitationskraft zwischen
a) zwei Schiffen von je 100 000 t, die sich mit dem Schwerpunktabstand d = 200 m begegnen;
b) zwei Autos von je 900 kg, die im (Schwerpunkt-)Abstand von 5 m aneinander vorbeifahren;
c) zwei Wasserstoffatomen (mH = 1,6734 * 10^-27 kg) im Abstand von d = 10^-8 cm?

Meine Lösungen:
a) 66,73 N
b) 2,162 * 10^-6 N
c) 1,869 * 10^-46 N

Die Lösungen aus dem Lösungsheft:
a) 1,186 N
b) 2,162 * 10^-10 N
c) 1,869 * 10^-48 N


Kann mir jemand sagen was ich falsch machen und vielleicht zeigen was genau er in den Taschenrechner eingibt?
Drei antworten:
?
2010-12-14 17:38:23 UTC
Hm, ich bekomme teilweise ganz andere Ergebnisse. Also mal ganz langsam:

Die Gravitationskraft zwischen zwei Massenpunkten m1 und m2, deren Abstand r beträgt, ist

F = G m1 m2/r²

wobei G = 6.67428 * 10^(-11) m^3/(kg s^2) die Gravitationskonstante ist (siehe CODATA-Link).

Dieselbe Formel kann auch verwendet werden, wenn statt Massenpunkten isotrope Massenverteilungen vorliegen (die sich nicht gegenseitig durchdringen dürfen). Dann ist r nicht der Abstand, sondern der Abstand der Schwerpunkte=Mittelpunkte der Massen.

Das zeigt auch schon ein großes Problem mit dieser Aufgabe: Die Objekte in den Fällen a) und b) sind keineswegs isotrop; das einfache Newton'sche Gesetz kann also hier sowieso nur näherungsweise verwendet werden.



Trotzdem kann mans ja mal versuchen:

a) m1 = m2 = 100000 t = 10^8 kg, r = d = 200 m

Damit: F = G m1 m2/r² = 6.67428 * 10^(-11) m^3/(kg s^2) * 10^16 kg^2 / (4*10^4 m^2) = 1.668*10^1 * m kg/s^2 = 16.68 N.

b) m1 = m2 = 900 kg, r = 5 m

F = G m1 m2/r² = 6.67428 * 10^(-11) m^3/(kg s^2) * 8.1*10^5 kg^2 / (25 m^2) = 2.162 * 10^(-6) N

c) m1 = m2 = 1.6734 * 10^-27 kg, r = 10^(-8) cm = 10^(-10) m

F = G m1 m2/r² = 6.67428 * 10^(-11) m^3/(kg s^2) * 2.800*10^(-54)kg^2/(10^(-20) m^2) = 1.869*10^(-44) N



Also wie gesagt erhalte ich teilweise völlig andere Ergebnisse.

Bei a) bekomme ich dasselbe wie du, wenn ich mit r=100 m statt 200 m rechne; hast du hier r=100 m genommen? (und wenn ja warum).

Bei b) erhalte ich dasselbe Ergebnis wie du. Für das Lösungsheft-Ergebnis müsste man z.B. mit m1=m2=9kg oder alternativ r=500 m rechnen.

Bei c) unterscheiden sich die Ergebnisse auch "nur" im Exponenten. Das Lösungsheft-Ergebnis kann ich mir r=10^(-8) m statt 10^(-8) cm reproduzieren. Aber 10^(-8) cm entspricht von der Größenordnung her dem Abstand zweier Wasserstoffatome im Wasserstoffmolekül. Daher wäre es schon sinnvoll hier 10^(-8) cm zu nehmen.



Also zusammenfassend: Ich habe leider keine Ahnung wo ich bzw. du bzw. die Autoren des Lösungsheftes falsch gerechnet haben.



Und vielleicht noch ein paar Anmerkungen zu den anderen Antworten:

A_A: Das Gravitationsgesetz gilt (bei isotropen Massenverteilungen und Vernachlässigbarkeit relativistischer Effekte) immer! Es ist vollkommen egal, ob sich die Objekte im All oder auf der Erde befinden. Auch die Anwesenheit einer anderen größeren Masse (hier der Erde) ist irrelevant. Zwar mag die Kraft zwischen Schiff und Erde wesentlich größer sein und die Effekte der Kraft Schiff-Schiff unmessmar klein sein (schon allein auf Grund der Reibung), aber dies spielt für das prinzipelle Vorhandensein dieser Kraft und ihre Größe absolut keine Rolle!



arepo76: Klar kann ein Schulexperiment nicht die Genauigkeit eines professionellen Experiments erreichen (besonders wenn es so stark davon abhängt, dass äußere Störeinflüsse minimiert werden). Aber dennoch sollte es auch in der Schule möglich sein wenigstens die Größenordnung von G zu bestimmen.

Und zur Analogie Gravitation<->Magnetismus: Es gibt in der allgemeinen Relativitätstheorie durchaus Phänomene bei denen die Gravitation ähnliche Effekte zeigt wie der Magnetismus (Gravitomagnetismus, Lense-Thirring-Effekt, siehe 2. Link in den Quellen). Aber diese Effekte sind gegenüber denen die eher der Elektrostatik ähneln gewöhnlich um so viele Größenordnungen schwächer, dass man sie so gut wie immer vernachlässigen kann. Insbesondere haben die Gezeiten damit überhaupt nichts zu tun (zu deren Entstehung siehe den 3. Link).
arepo76
2010-12-14 02:12:17 UTC
Also das komische Experiment da mit den Bleikugeln und dem abgelenkten Laserstrahl, das ich damals da in der Schule mitgemacht habe fand ich doch schon irgendwie komisch.

Das da von dieser Bleikugel wirklich eine messbare Anziehungskraft ausgehen soll....



Die Gezeiten wirken ja vor der Erde und auch hinter der Erde.

Der Mond erzeugt 2 Fluten.



Für mich bedeutet dieses welches dass, dieses Gravitationsfeld eher mit dem Magnetfeld vergleichbar ist, als mit dem Elektrotstatischen Feld.

Und wenn ich nun mit Magneten rumspiele, auf einem großen Magneten, da wird mit so einer Formel wirklich niemals irgendwas brauchbares errechnet werden.



Das ist einfach wirklich ein putziger Witz. Zumal die Ergebnisse in Wirklichkeit eh in den Bereich der Messungenauigkeit fallen.



Ich bin daher auch leider nicht in der Lage da irgendeine Formel zu Rate zu ziehen für.
A_A
2010-12-12 04:58:09 UTC
Habe deine Aufgabe a) nachgerechnet und sie ist richtig,wenn sich die Schiffe im Weltraum befinden. Deine Formel gilt für Gravitation Erde Mond im Weltraum.Auf der Erde ist die Gravitation Erde Schiff wesentlich großer und nur ein Teil geht auf Gravitation Schiff Schiff deshalb ist im Lösungsheft das Ergebnis kleiner.


Dieser Inhalt wurde ursprünglich auf Y! Answers veröffentlicht, einer Q&A-Website, die 2021 eingestellt wurde.
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